The good old times – Die dritte Frau
 

The good old times

Die Zeiten haben sich verändert. Die Wünsche der Kunden ebenso. Finde ich persönlich nicht schlimm. Die ‚goldenen Zeiten‘ wären vorbei höre ich immer wieder.
Nur… für wen oder wofür genau?

Die goldenen Zeiten für Strizzis und andere windige Gesellen: ja. Vorbei.
Die Zeiten in denen noch in der Krone inseriert wurde, in der Videothek hinterm Vorhang Filmchen ausgesucht wurden: ja. Definitiv auch vorbei.
Aber warum den alten Zeiten hinterher trauern, wenn die neue Zeit auch viele Vorteile mit sich bringt. Gerade für die Sexworkerinnen.
Man kann Werbung machen. Großteils gratis. Online Termine anbahnen ohne im Stringtanga in der Kälte stehen zu müssen. Die Leute sind offener und trauen sich eher, ihre Fantasien auszuleben. Leider sind die Österreicherinnen in dem Gewerbe mittlerweile Mangelware. Sehr schade.
Depperte und mühsame Kunden gab es damals auch schon. Heute fallen sie nur mehr auf, weil man ihnen Internet und damit mehr Präsenz gibt. Somit merkt man einfach rascher, wer definitiv Beifahrer im eigenen Körper ist und sich seit den Quantenflossern nicht mehr weiter entwickelt hat.
Geldtechnisch sollte mehr übrig bleiben, da man nicht mehr einen Zuhälter mit erhalten muss. Man zahlt Miete und alles was dann übrig bleibt ist deines. Kein Generve, keine Gewalt, ein geschützter Bereich. Ein reines Mietverhältnis. Hier bewegen sich die Mieten allerdings in höheren Gefilden.
Zwischen 500 und 1200.- pro WOCHE.

Klar, manchmal habe ich auch einen Nostalgischen.
Wie schön war das bitte damals… mit Freunden raus gehen, kein Handy, kein Social Media, im Schwimmbad letscherte Pommes mit Unmengen Ketchup essen und danach eine Schnitzelsemmel. Im Flattershirt beim Skatepark sitzen und eine heiße Julinacht genießen. Kein Gerede vom Jahrhundertsommer. Kein permanentes Verfügbarsein. Als noch ‚die Gabi‘ und ‚die Sabine‘ ‚in’d Hock’n‘ gegangen sind und 500 Schilling gezahlt wurden… ‚owa ohne schmusen‘.
Hachja.