Arme Sexworkerinnen

Sorry, aber nein… es gibt keine ‚armen‘ Sexworkerinnen. Wir reden jetzt natürlich nicht über Entwicklungsländer wo es für gewisse Bevölkerungsgruppen keine Chancen gibt, oder über Mädels die tatsächlich in mafiösen Strukturen festhängen. Wir reden über europäische Länder und Frauen die diesen Job wählen. Und hier gibt es jede Menge Mythen mit denen ich aufräumen möchte, weil ich diesen bullshit echt nicht mehr ertrage.

Mythos:
Sie macht den Job aus Mangel an Alternativen.

Es ist ein gutbezahlter Job. Man kann jederzeit etwas anderes arbeiten. Niemand muss als Prostituierte arbeiten! Es gibt Jobs für die man absolut keine Vorkenntnisse oder Ausbildung braucht.
Z.B. im Lager, Supermarkt, Lieferdienste, Putzfrau, Babysitterin etc. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Also: wenn der Job als Prostituierte nicht passt – wechsle.
Warum wechseln viele dann nicht?
Nun ja… das liebe Geld.
Aber wer das Geld gerne nimmt darf meiner Meinung nach auch nicht jammern.
Und nein, das ist nicht frauenverachtend oder ähnliches… das ist Fakt.
Ich bin eine starke Frau die andere Frauen unterstützt und sehe mich auch als Feministin, ich mag aber keine Jammerweibchen.

Mythos:
Prostituierte sind arm.

Ok. Nehmen wir mal an sie ist eine faule, schlecht verdienende, eher unhübsche Sexworkerin die im günstigen Segment tätig ist.
Sagen wir sie arbeitet 5 Tage die Woche am Strassenstrich und nimmt 100.-/Stunde.
Durch ihren Überbiss, die 150kg und ihre Schielaugen ist sie nicht jedermanns Sache und wird nur 1 Stunde am Tag gebumst.
Ergo 5x die Woche je 1 Stunde täglich = 500.-/Woche
Sie arbeitet nur 3 Wochen im Monat, weil sie Kinder hat und eben eher mittelmäßig motiviert ist: 500×3=1500.-
Natürlich braucht sie hin und wieder Kondome, Gleitgel, Küchenrollen, Strümpfe… rechnen wir also grosszügig 500.- weg.
Bleiben ihr 1000.-
1000.- für wohlgemerkt 15 Stunden reine Arbeit pro Monat!!!!
Und jetzt denken wir mal an alle andren Arbeitnehmer die 40h/WOCHE arbeiten.
Ergo 160h/Monat für ca. 1500.-
Soviel zum Thema arm.

Mythos:
Prostituierte haben keine Ausbildung, schlechte Eltern oder psychische Probleme.

Das mag für manche bestimmt zutreffen. Aber für wie viele andere Menschen trifft das auch zu?
Wer macht solche Statistiken für Friseurinnen oder Kindergärtnerinnen?
Niemand.
Warum?
Weil man automatisch annimmt, dass nur eine Verrückte als Sexworkerin arbeiten kann.
Aha. Danke. Schon mal was von sexueller Selbstbestimmung gehört?
Wie schon gesagt:
Wir haben 72 Geschlechter mittlerweile. Alle natürlich „mentally voll healthy“. Da fragt keiner nach ob bei denen noch alles fit ist. Voll klar, dass man sich mal als Frau und dann wieder als Mann fühlt. Alles ganz easy.
Sobald das Gespräch auf Prostitution kommt:
zack. Schotten dicht.
Muss man das verstehen?

Mythos:
Drogen und Alkohol sind unser Steckenpferd

Ich habe regelmäßig Anwälte, Geschäftsmänner oder andre junge Burschen die um 10h morgens so voll sind wie Harald Juhnke. Sind das alles Opfer sexueller Gewalt oder gar Scheidungskinder?
In Wien staubt es an jeder Ecke. Ist so. Warum? Keine Ahnung. Ich rauche nicht, nehme keine Drogen, trinke keinen Alkohol, trinke keine Energydrinks oder Café, meine Eltern sind noch zusammen und lieben sich sogar tatsächlich noch, meine Kindheit war einwandfrei und ich habe mehrere abgeschlossene Ausbildungen.

Danke für eure Aufmerksamkeit.