Halsmuschis

Wusstet ihr, dass es für uns Frauen allerlei Workshops gibt? Sowas wie ‚Atmend zum Orgasmus‘, ‚in Kontakt mit der weiblichen Energie‘, ‚Ja zur Selbstbefriedigung‘ und ‚Meine Yoni lebt‘. Ich habe keine Idee, wer so etwas braucht. Würde aber trotzdem gerne mal zu so etwas gehen. Milieustudie quasi. Wer geht mit?

Ich frage mich, wie schräg man drauf sein muss, um einen derartigen Workshop zu besuchen. Sex ist etwas Natürliches. Jeder mag es auf eine andere Art und Weise. Wie also soll das klappen, dass mich eine Selbstständige mit heftigem Getrommel in Richtung sexuelle Selbstfindung treibt? Oder wir bei einem Bastelkränzchen kleine anatomisch passende Muschiketten aus Fimo herstellen, die wir uns dann gegenseitig um den Hals hängen.
Weil: jede Muschi ist schön. Ja. Naja. Nicht uneingeschränkt.
Ich muss sie mir zumindest nicht an einer Kette um den Hals hängen. Ich finde das irgendwie grauslich. Auch brauche ich das nicht um als starke, feministische Frau wahrgenommen zu werden. Ich fühle mich sehr stark und autonom ohne ein Abbild meiner Mumu am Hals.
(ist nicht erfunden. Gibt es tatsächlich!!!)

Männer haben solche Kurse nicht.
Männer haben verstanden, dass Sex etwas ist, was man lebt. Da kann man keine Kurse belegen und bekommt dann ein Zertifikat.
Keine ‚Mein Schwanz, mein Freund und Helfer‘, ‚Männlichkeit sinnlich erleben‘ oder ‚Die Kraft der Selbstberührung‘ für unsre Männchen.
Es wäre aber wirklich interessant, was passieren würde, wenn ein Mann mit einem Abbild seines Schwanzes um den Hals die U-Bahn betritt. Vermutlich wäre das dann schon sexuelle Belästigung?

Andrea kommt mit Muschikette.
Alle: ohhh sie zeigt ihre Feminität. Jede Muschi ist toll.
Peter kommt mit einem Riesenbeidl an der Kette.
Alle: dieses Schwein. Das so zur Schau zu stellen. Pfui. Ich fühle mich von dieser Kette belästigt. Was sollen die Kinder denken?!? Wer schützt die vor sowas?

Soviel zur Gleichberechtigung.