Horrorshow

Der Tag heute. Ein Horror. In Wien scheint die offene Psychiatrie gerade Wandertag zu haben.

Es klingelt.
Mann 1 steht vor der Türe, verdreckt, verschwitzt, sehr sehr sehr dick, stark riechend, mit einem Sprüche-Leiberl vom Inder „Feierwehr“.
Ganz egal was er will: ich hab einen Termin.
Ja, auch ich darf ablehnen. Ja, auch mir ekelt.

Mann 2 ist etwa 97 Jahre alt und möchte Kliniksex. Biete ich nicht. Verweise ihn an das Spital 500m weiter die Straße runter.

Mann 3 ist vielleicht…

…15 Jahre alt und hat vermutlich gerade Taschengeld erhalten, welches er nun ins Bordell tragen will. Löblich, aber besser wenn er in 3-4 Jahren wieder mal rein schaut. Uuuund baba!

Mann 4 möchte sich an mir vorbei direkt in mein Zimmer rein drängen. Ich nutze seinen Schwung, drehe ihn rum und erkläre ihm, dass man zu fragen hat, ob man eintreten kann und nicht die Zimmerdame umrennt.

„Mann“ 5 ist der Freund des 15-jährigen Jungen. Dem versprech ich ein paar saftige Watschn wenn noch einer der Clique hier anläutet.

Mann 6 spricht kein Deutsch und zeigt pantomimisch was er gern hätte.
Er und seine Darbietung gefallen mir nicht.

Mann 7 gefallen meine Preise nicht.
Er hat aber 20 Euro dabei. Wow.

Mann 8 hat ein Sackerl dabei und flüstert: „Wollen Wäsche kaufen?“

Für heute lasse ich es gut sein und gehe nach Hause. Es gibt Tage da rennt’s. Meistens Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag. Und es gibt Tage wie heute. Entweder es tut sich GAR NIX oder es tummeln sich permanent irgendwelche Frettchen vor der Türe.

Am Meisten schätze ich Tage, an denen viel los ist und allesamt angenehme Leute zu mir kommen. Gewaschen, höflich, entspannt. Diese Tage gibt es. Heute ist kein so ein Tag. Ich hoffe, euch ist’s heute besser ergangen als mir…