Ich hab kein Problem damit.

Irgendwann kommt es meist dazu, den anderen zu fragen, was er denn arbeitet. Klar. Man ist ja schließlich neugierig. Spannenderweise ist mein Job da immer ein kurzer Overkill für alle Anwesenden. Das ist einer der Gründe warum ich es oft einfach nicht erwähne, weil immer die selben Fragen und Phrasen kommen. Verständlich.

Aber es nervt dann doch nach dem gefühlt 100sten Mal. Das ist etwa gleich ausgelutscht wie einen 2m Mann zu fragen, wie denn die Luft da oben sei. Hat echt einen Bart.
Ich habe in Gedanken schon oft durch gespielt, den Spieß umzudrehen und diese Floskeln zB bei Maria, Fusspflegerin, anzuwenden. Ich glaube sie wären überrascht, wie merkwürdig das rüber kommt.

‚Ich finde das toll. Muss es ja auch geben. Ich hab kein Problem mit dem was du da arbeitest. Echt.‘
‚Und weiss dein Mann was du machst?‘
‚Oh. Und er hat echt kein Problem damit?‘
‚Was war denn das ärgste Erlebnis in deinem Job?‘
‚Du kannst doch soviel. Warum dieser Job?‘
‚Wie sehen die denn so aus die da kommen? Sicher alt und hässlich, gell?‘
‚Also ich könnte das nicht.‘
‚Was sagen denn deine Kinder dazu?‘
‚Wo siehst du dich, wenn du dann mal alt bist?‘
‚So spannend. Erzähl ein bisserl was.‘
‚Machst du das gern???‘

Wie gesagt: ich verstehe diese Neugier auf das ‚Verruchte, Unbekannte‘. Allerdings ist es oft wirklich nervig, da es für mich eben ein normaler Job ist. Für ‚Fans bemalter Keramik‘ deren Highlight es war, mit dem Security der Disco zu vögeln ist es mit Sicherheit sehr spannend. Man sollte halt bedenken, wie solche Fragen beim Gegenüber ankommen und ob man eine Friseurin ähnliches fragen würde.