Spass an der Arbeit

Ja, das ist so eine Sache. Die meisten Männer stellen es sich fantastisch vor:
Bumsen und Geld dafür bekommen.
Lebenstraum: erreicht.
Nein, leider. So ist es nicht.
Klar hat der Job auch seine guten Momente. Wie jeder andere Job auch.
Ich meine, machst du deinen Job immer gerne? Jeden Tag? Oder gibt’s da auch Tage oder Tätigkeiten bei denen du dir regelmässig wünscht, dass dich endlich ein reicher Ölprinz adoptiert?

Und genauso geht es auch den Sexworkern. An manchen Tagen ist man voll dabei, irgendwie rennt alles wie von alleine und man kommt bester Laune heim. An anderen Tagen wiederum kommen nur Irre und man antwortet genervt auf die gefühlt 30te Frage „was man denn besonders gerne täte“. Freundlichkeit ist das A und O. Aber sei mal freundlich zu einem aufdringlichen Deppen der dir probehalber gleich mal an die Titten greift, kaum dass er noch im Zimmer drin ist, geschweigedenn bezahlt hat. Ja- das gibt es. Nicht mal selten. Auch die Frage: „Zeig mal deinen Körper her, kannst du dich vielleicht mal bücken?“ auch die gibt’s. Auch nicht selten.
Ausserdem ist man gerade als Frau im Sexbusiness permanent auf seine Hülle reduziert und damit muss man erstmal klarkommen. Klingt zwar nach unzähligen Komplimenten, ist aber fatal für viele Frauen, nicht mehr als Mensch wahrgenommen zu werden…sondern als Körper. Es ist einfach eine sehr zwiegespaltene Sache hier.
Man ist Objekt der Begierde, aber eigentlich nichts wert.
Meinen zumindest die meisten Leute. Denn in diesen Job kann man ja eigentlich nur „rein rutschen“. Man prostituiert sich. Wie entwürdigend. Sex für Geld. Pfui. Die armen Frauen.

Aber wo ist der Unterschied zu deinem Job?
Du machst deinen Job für Geld? Du führst auch Tätigkeiten aus, die dir am Nerv gehen? Du musst manchmal mit Menschen zusammen arbeiten die du nicht leiden kannst? Manchmal sind auch richtig schlechte Tage dabei? Manchmal echt gute? Mit dem richtigen Team oder dem richtigen Kollegen kanns wirklich super sein? Du „musst“ arbeiten um dir dein Leben leisten zu können?

JA- das ist bei uns Sexworkern genauso. Think about it…