Verliebt in eine Hure – der Leitfaden

Du bist also verliebt. In eine Sexworkerin. Soso.
Dieser Leitfaden wird dir helfen, abzuchecken wie real und beständig eure Liebe ist.


Step 1:
Check yourself
Du bist NICHT glatzköpfig, sehr dick, weit über 60 und hast nur noch zwei Zahnstummel im Mund die aussehen wie Tic-Tac Bonbons?
Spass beiseite.
Natürlich ist die Optik ein wichtiger Faktor. Ich bin ja bis heute der Meinung, dass viele dieser jungen, zarten Geschöpfe an der Seite eines reichen, 84-Jährigen so etwas wie Nobelprostituierte sind die eine Art „Pflegezuschlag“ für ihren Mann abcashen, wenn dieser das Zeitliche segnet. Man sollte schon einschätzen können, ob es tatsächlich sein kann, dass eine Sexworkerin mehr als rein berufliches Interesse an einem hat. Dazu gehört eine gewisse Selbstreflexion gepaart mit Empathie. Nur weil dir eine der Damen einmal gesagt hat, dass du supertoll warst und ob du ‚eh bald wiederkommst‘, spiegelt das noch lange kein Interesse ihrerseits an dir.

Step 2:
Check her
Sie liebt dich also auch? Oder weiss sie noch gar nichts von ihrem Glück? Klar gibt es etliche gelungene Beziehungen zwischen Prostituierten und Kunden, aber diese sind zumeist langsam entstanden und beiderseits gewünscht gewesen.
Trifft sie dich auch außerhalb der Bar? Geldlos? Auch ohne, dass sie dir beim dritten Mal erzählt, dass sie massive Geldprobleme hat? Ich meine, ich mache euch gern den Treuhänder. Kein Problem. Aber eigentlich sollte es in einer Beziehung ja nicht ausschließlich ums Geld gehen. Also- um DEIN Geld besser gesagt. Viele sind sehr geschickt und erpicht darauf, einen „Gogl“ (umgangssprachlich für männlichen Sponsor) zu finden, der ihnen das Leben finanziert und erleichtert. Im Gegenzug wird der natürlich deppert gebumst (dauert bei manchen gar nicht sooo lange wie man meinen möchte) und um einiges an Geld erleichtert. Solange das Geld fließt, wird er behalten. Sobald der Hahn zugedreht wird, wird er ausgetauscht. Viele sind danach zutiefst enttäuscht oder klagen sogar. Eigentlich sollte ihnen der Anwalt ein paar feste Watschen mitgeben, denn das hat deren Mutter ja scheinbar vergessen. Sorry Guys, aber da habe ich wenig Mitleid. Sex mit Liebe zu verwechseln, sollte einem ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr passieren.

Step 3:
Check die Umgebung
Hängt an der Angebeteten zufällig ein Mann dran? Ihr wisst schon: ein Igor zum Beispiel. Falls dieser euch dazu bringen möchte, die Frau frei zu kaufen wird’s haarig. Nicht für die Frau. Die bekommt dran bestimmt einen prozentuellen Anteil und wurde schon mehrere Male verkauft. Die kennt das schon.

Step 4:
Check eure Gespräche
ich meine… redet ihr auch? Gibt’s überhaupt etwas zu erzählen? Mal abgesehen davon, dass ihr in etwa dieselbe Sprache sprecht und es nicht nur via Bodylanguage klappt.

Step 5:
Last check
Noch immer verliebt? Beide? Super!
Nun wird’s Zeit abzuklären, ob du mit ihrem Job zurecht kommst oder ob sie bereit ist, diesen sein zu lassen.
Kommst du zurecht? Ist gar nicht so einfach, wenn man jemanden liebt und diese Situation noch nie hatte.
Kommst du nicht zurecht und sie lässt den Job?
Wie genau siehts finanziell nun für sie aus? Schafft ihr das?
Die sogenannte „Rückfallquote“ in den Job ist sehr hoch. Geld, Zeitmanagement etc passt nun mal gut.

UND:
Sexworkerinnen sind ganz normale Frauen mit ganz normalen Bedürfnissen. Traurig, dass man das dazu sagen muss, aber die Vorstellung der Meisten ist leider etwas *hust* dämlich. Das Strapsmäuschen, welches allzeit bereit ist, ist es nicht. Ihr habt eine Frau zuhause. Eine ganz normale. Eine, die auch mal im Disneypyjama vorm Tv hockt mit Chipstüte auf der Wampe. Ich weiß das… 😉