Welcome to my crib

Heute nehme ich euch mal mit in mein Arbeitszimmer. Ich werke in einem großen Laufhaus in Wien. Mein Zimmer dort ist wie eine kleine Wohnung aufgebaut. Ein großer Raum mit Eingangsbereich, Bett, dem obligaten Spiegel neben dem Bett (Brrrr sag ich euch. Ich muss mich dabei echt net sehen…), Küchenzeile, Fernseher und ein paar Kästchen. Im zweiten Zimmer befinden sich Badewanne und WC. Alles ein bisschen wild zusammengestoppelt und bestimmt nicht der Stil in dem ich mein Zuhause einrichte. Aber durchwegs sauber und zweckdienlich. Kein roter Samt, kein Plüsch, keine Kerzenständer. Die Realität besteht eben aus IKEA und Möbelix.

Viele der Mädchen die hier tatsächlich während ihren Arbeitswochen wohnen, versuchen es sich ein wenig „gemütlich zu machen“. Teilweise grausam. Ich war schon in etlichen Zimmern tätig und musste oft erst ein bisschen umbauen. Dort die Plastiksäcke die am Fenster klebten herunter reißen, da eine rot/grün/gelb blinkende Lichterkette demontieren, Plastikblümchen und Stofftierchen in einer Lade verstauen, einen Stringtanga von der Lampe klauben oder diverses andere Huren-Gschistigschasti vernichten. Zum Glück is das hier mein Zimmer welches ich nur mit einer anderen teilen muss und die scheint Geschmack zu haben. Sie verschönert nichts mit Dingen, welche eigentlich verboten gehören. Clowns auf Holzschaukeln zB.

Das Haus selbst ist ein normales Zinshaus. In jedem Stockwerk prangen Poster und Informationen zu den Mädels die das jeweilige Zimmer gerade bewohnen. Manches sehr hochwertig und mit tollen Playmate-Bildern. Andere mit Schriftzügen wie „Anal-Meisterin“ oder „enges, feuchtes Pussy“. Naja. Wem’s gefällt. Die Bilder sind natürlich zu großen Teilen bearbeitet. Durch einfaches Anläuten lässt sich das aber rasch herausfinden. Ist die Dame frei, wird geöffnet, Preise werden genannt und man bekommt auch gleich einen Eindruck oder „Edelstute Carmen, 25“ nicht doch eher „Eselstute Carmen, 47“ ist. Alles in allem relativ entspannte Atmosphäre. Jedes Zimmer verfügt außerdem über einen Notfallknopf. Drückt man den, kommt sofort ein sehr gewaltbereiter Mensch um die Dinge zu klären.

Offen hat das Haus von 10h-02h früh. Die Mädels entscheiden aber selbst von wann bis wann sie anwesend sind, bzw ob sie überhaupt arbeiten an gewissen Tagen.

Zwischendurch braucht man einfach Pausen. Obwohl die Meisten hier eines sehr gut können: Abschalten während der Arbeit. Einfach seelisch weg beamen und sich damit relaxen, dass es in wenigen Stunden ohnehin schon wieder Feierabend ist. Ziemlich alle haben Familie und zu der wollen sie natürlich auch schnellstmöglich wieder. Manche lassen ihre Partner/Kinder in der Heimat zurück für einige Wochen, andere haben das Glück, ihre Familie ebenfalls in Wien zu haben.
Darum… lasst die Frage „kann ich dich privat treffen?“ besser ungestellt.
Du kannst hier alle privat treffen. Wenn du eine auf der Straße siehst. Heb die Hand. Lächle. Bamm. Privater gehts nicht.
Immer wieder gerne gehört ist auch die Frage „Bei wem muss ich dich freikaufen?“
Für diese Zweck habe ich „Igor“ erfunden. Meinen fiktiven russischen Zuhälter. Gross, grob, prollig, Vokuhila Frisur, Seidenhemd und mit Goldketterln behangen.

Ihr werdet ihn in diesem Blog bestimmt noch besser kennenlernen.