Welthurentag. 2.6.

Ein Tag um darauf aufmerksam zu machen, dass auch Sexwork eine normale Arbeit ist. So weit so gut.
Und dann muss ich Kommentare lesen, die besagen wie arm und missbraucht ich bin. Wusste ich gar nicht. Spannend. Ich liebe es, wenn Ahnungslose ganz schön viel Meinung haben und ÜBER statt MIT dem Betroffenen sprechen.

Ich fühle mich nicht missbraucht, gezwungen oder muss diesen Job machen. Eine Dame pochte auf diverse Studien die besagen, dass 80 Prozent der Prostituierten Gewalterfahrung mit Männern gemacht haben. Nun, wenn man auf der Strasse jede Frau fragen würde, ob sie denn schon mal Gewalt durch einen Mann erfahren hat… psychisch oder physisch… würden vermutlich ALLE bejahen. Sei es durch einen tätlichen Angriff oder cyberstalking/mobbing.

Ja, leider. Aber davon sind alle Frauen betroffen und nicht explizit wir Sexworker.

Man beachte nur die vielen Fälle von Femizid in letzter Zeit.

Ich finde es wirklich schade, was für ein Bild von unserem Job in der Öffentlichkeit herrscht. Immer noch. Wie kann man mir verbieten wollen, dass ich einen Job mache mit dem ich absolut zufrieden bin?!?
Wisst ihr noch… früher haben viele Eltern oft gesagt: „Siehst du den Müllmann/die Klofrau dort? Wenn du nichts lernst musst du auch das arbeiten.“
Und – wow – was für ein beschämender Kommentar.
Genauso fühlt es sich an, wenn irgendwelche Menschen über uns – und somit auch mich – reden.

Meine Bitte an euch… teilt meinen Blog, schickt ihn an Freunde, Medien, etc. Alle die ihr kennt. Ich habe es so satt, wie dieser Beruf dargestellt wird. Wirklich.
Wir haben 7 Geschlechter auf einem einfachen Impfbogen zur Auswahl, aber schaffen es noch immer nicht, das älteste Gewerbe der Welt vollständig anzuerkennen.
Sexuelle Selbstbestimmung ist das Zauberwort. ICH bestimme über meinen Körper. Niemand sonst.